• 23.02.2026
  • Expertenwissen

embedded award 2026: Hardware Nominierungen

Die zunehmende Softwareisierung ändert nichts an der Tatsache, dass Hardware-Plattformen die Basis für jedes eingebettete System sind. Die Tatsache, dass es in dieser Kategorie in diesem Jahr die meisten Einreichungen für den Embedded Award gab, unterstreicht die Bedeutung von Embedded-Hardware-Produkten. Diese drei Nominierten haben unsere Jury überzeugt.
Elektronik-Testaufbau mit einer blauen Leiterplatte auf einem Tisch, an die mehrere Messkabel und Prüfspitzen angeschlossen sind.
Hardware ist die Basis für jedes eingebettete System.

Ein elektrochemisches Impedanzmessgerät, eine Prozessorplattform, die fragmentierte Automobil-Steuergeräte vereint, und eine modulare Antenne, die drahtlose Kommunikation in vollständig versiegelten Metallgehäusen ermöglicht

Kompaktes schwarzes Gerät mit der Aufschrift ioncentric und dem Modellnamen eiscube, mit sichtbaren Anschlüssen auf der rechten Seite.
Credits: ioncentric

eiscube & ioneis cloud

Aussteller: ioncentric
Halle/Stand: 5-282

Der eiscube schließt eine zentrale Lücke in heutigen Batterie  und Elektroniksystemen: Er ermöglicht erstmals die Nutzung von Electrochemical Impedance Spectroscopy (EIS) direkt im Feld. Während klassische Methoden wie Spannungs  oder DCIR Messungen nur grobe Zustandsindikatoren liefern, „blickt“ EIS in das Innere der Zelle und erkennt Degradation, Reaktionswiderstände und sicherheitsrelevante Veränderungen frühzeitig. So wird aus reaktiver Wartung echte Predictive Maintenance – und die Lebensdauer elektronischer und elektrochemischer Systeme deutlich verlängert.

Alle Messdaten werden direkt auf dem Gerät verarbeitet, kryptografisch signiert und manipulationssicher übertragen. Über die ioneis cloud fließen sie in Analysen, digitale Produktpässe und automatisierte Lifecycle Dokumentation ein.

Die Kombination aus EIS Intelligenz am Edge und Zero Trust Kommunikation ist einzigartig im Markt. Sie ermöglicht präzise, autonome Diagnosen ohne Laborumgebung – für Batterien, Konverter, Inverter oder Motoren. Ein europäisches Patent schützt das zugrunde liegende Verfahren.

Mit modularer, reparierbarer Hardware und vertrauenswürdigen Lifecycle Daten unterstützt der eiscube nachhaltige Wertschöpfungsketten, reduziert Materialverbrauch und verlängert die Nutzungsdauer industrieller Assets.

S32N7 Super-Integration Processor Series for Software-Defined Vehicles

Aussteller: NXP Semiconductors 
Halle/Stand: 4A–222

Die S32N7 Prozessorserie durchbricht die heutige Fragmentierung im Fahrzeug, in der Antriebs-, Karosserie-, Gateway- und ADAS Funktionen auf separaten Steuergeräten laufen. Statt voneinander isolierter Silos ermöglicht der S32N7 die Konsolidierung von bis zu acht Domänen auf einer einzigen Plattform – mit hardwarebasierter Isolation, deterministischem Echtzeitverhalten und integrierter Edge AI. Damit können OEMs Daten und Funktionen domänenübergreifend orchestrieren, Innovation beschleunigen und die Gesamtbetriebskosten um bis zu 20 % senken.

Schwarzer NXP‑Mikrochip mit der Bezeichnung S32N7, umrandet von farbigen Linien, auf dunklem Hintergrund.
Credits: NXP Semiconductors

Der Prozessor kombiniert 12 Arm R52 Kerne (1,4 GHz), ein Always On Low Power Inselmodul, eine AI Beschleunigungseinheit sowie einen RISC V Many Core Block für parallele Rechenaufgaben wie Sensorfusion, Analytik oder virtuelle Sensoren. Ein integrierter PCIe Backbone ermöglicht skalierbare Upgrades, ohne die ECU neu zu konstruieren, und sorgt für nahtlose Kopplung zu ADAS-, IVI- und zusätzlichen AI SoCs.

Sein USP: eine marktweit einzigartige Cross Domain Architektur mit echter hardwaregestützter Partitionierung, die sicherheitskritische Echtzeitfunktionen, adaptive Anwendungen und AI Erweiterungen parallel und abgesichert ausführt. Die Serie umfasst vollständig kompatible SoC Varianten, die eine optimale Skalierung über Fahrzeugsegmente hinweg ermöglichen.
Durch die Zusammenführung mehrerer ECUs in einem einzigen Hochintegrationsprozessor reduziert S32N7 Material, Gewicht und Energieverbrauch erheblich – ein entscheidender Beitrag zu nachhaltigeren Fahrzeugarchitekturen.

Darstellung eines Antennensystems vom Typ SZF‑C‑6L01 mit Blick auf die interne Elektronik sowie ein silbernes Gehäuse mit pink hervorgehobener Kante.
Credits: Synzen Precision Technology Ltd

FERRAD - Modular Antenna System with Tuning Element and Housing Based Radiation

Aussteller: Synzen Precision Technology Ltd 
Halle/Stand: 3-411

FERRAD ist ein modulares, patentangemeldetes Antennensystem, das erstmals stabile drahtlose Kommunikation in komplett geschlossenen Metallgehäusen ermöglicht – ganz ohne Kunststofffenster, Öffnungen oder strukturelle Eingriffe. Während herkömmliche interne Antennen im Metallgehäuse detunieren, an Effizienz verlieren oder komplett ausfallen, nutzt FERRAD das Gehäuse selbst als aktiven Bestandteil des Strahlungssystems. Dadurch bleibt die volle Robustheit einer hermetisch geschlossenen Metallkonstruktion erhalten.

Ein abgestimmtes Tuningelement auf der Leiterplatte koppelt RF Energie über einfache Kontakte wie Schrauben, Pogo Pins oder Federpins direkt in das Gehäuse ein. Adaptive Matching Netzwerke sorgen für stabile Leistung über relevante Frequenzbänder – etwa Wi Fi 7 (2,4/5/6 GHz), LTE und 5G Sub 6 GHz. Das Gehäuse bleibt dabei durchgängig metallisch und DC geerdet, was mechanische Festigkeit, EMV Verhalten und Sicherheit unverändert beibehält.

Im Vergleich zu Lösungen mit externen Antennen, Kunststofffenstern oder segmentierten Rahmen bietet FERRAD eine vollständig interne, strukturell kompromissfreie Architektur, die sich auf unterschiedliche Gehäusegrößen, Materialien und Anwendungen skalieren lässt. Das schützt Designfreiheit, reduziert Materialeinsatz und vereinfacht Recyclingprozesse durch einteiliges Metallgehäuse ohne zusätzliche Komponenten.

FERRAD ermöglicht damit präzise, reproduzierbare RF Performance selbst in anspruchsvollen Umgebungen – ideal für Industrie IoT, Robotik, Automotive oder Defence.