Was verdient man im Vertrieb in der Embedded-Branche?
Lohnt sich der Wechsel in den technischen Vertrieb? Kann man dort höhere Gehälter erzielen? Wovon hängt der Verdienst ab? Die Ergebnisse einer weiteren Online-Umfrage von Schuh-Eder Consulting, darunter rund 200 Teilnehmern mit Vertriebshintergrund, im Vorfeld der embedded world 2023 geben Antworten.
Embedded-Vertriebsleute haben in den letzten beiden Jahren sehr gut verdient, vor allem in der akademisch geprägten Halbleiterbranche, aber auch in der Distribution. Im Vertrieb liegt das Zielgehalt laut der Erhebung von Schuh-Eder Consulting im Median bei 105.000 Euro.
Vertriebsleute profitieren in konjunkturell starken Zeiten von ihrer Zielerreichung. Werden die Ziele erfüllt oder gar übererfüllt, lassen sie alle anderen Funktionen weit hinter sich – dann können auf dem Gehaltszettel schnell Traumgehälter von 130.000 Euro und mehr stehen – ganz ohne Senior-Posten oder Personalverantwortung. Fehlt der Bonus, fallen sie auf das Fixgehalt zurück.
Spitzengehälter zahlt vor allem die Halbleiterbranche. „Hier sehen wir die höchsten Gehälter. Sie gehen oft einher mit einem akademischen, technischen Hintergrund“, berichtet Geschäftsführerin Renate Schuh-Eder. Mit Boni lässt sich das Jahresgehalt in der Halbleiterbranche teils auf bis zu 200.000 Euro und mehr steigern.
Das liegt dann auch über dem, was die meisten Entwickler verdienen. Zur Erklärung für das Phänomen zieht Personalberaterin Nadja Eder die Auswertung zu den Entwicklergehältern aus dem November 2022 heran: „Der Vergleich der beiden Erhebungen zeigt, welchen gehaltlichen Stellhebel der Vertrieb mit seinen Bonus-Regeln birgt.“
Von welchen Faktoren hängt das Gehalt im Vertrieb der Elektronik-Branche ab?
„Wie wahrscheinlich solche Traumgehälter sind, hängt stark von der Sparte ab, in der man arbeitet“, so Personalberaterin Nadja Eder. Ebenso von der Firmengröße wie auch der Nationalität des Unternehmens.
Die Faustregel: „Automatisierungsunternehmen, Industrieelektronik und auch Hersteller von passiven und Elektromechanik-Komponenten kommen an amerikanische Halbleiterhersteller nicht heran“, so Geschäftsführerin Schuh-Eder.
Der variable Anteil liegt im Elektronik-Vertrieb meist um die 20 Prozent. So kann ein Vertriebsingenieur bei Zielerreichung um die 100.000 Euro verdienen, ein erfahrener Director EMEA mit Personalverantwortung für mehrere Dutzend Mitarbeiter und Umsatzverantwortung ab 200 Mio. Euro aber auch locker das Doppelte. Der Key Account Manager mit zehn Jahren Berufserfahrung findet sich bei gut 120.000 Euro wieder.
Keine Rolle im Vertrieb spielen Faktoren wie Firmenzugehörigkeit oder Alter: „Das Einzige, was zählt, ist die Performance“, erklärt Renate Schuh-Eder. Und die erreichte Ebene im Unternehmen: Als Abteilungsleiter ist der Verdienst ab 130.000 Euro nach oben hin praktisch offen.
Der Schritt in den technischen Vertrieb kann für Entwickler also ein lohnender Karriereschritt sein. Zumal die Unternehmen stark suchen, die Chancen derzeit nicht besser sein könnten.
Vor allem Berufseinsteiger sollten diesen Schritt in den Vertrieb im Vorfeld gründlich abwägen, denn nicht jeder Ingenieur oder Entwickler wird glücklich im Vertrieb. Man bewegt sich weg von der Technik und eine Rückkehr in die Entwicklung kommt selten vor.
Ein etwaiger Gender Pay Gap konnte bei den Erhebungen nicht ermittelt werden, da sich fast ausschließlich Männer an der Umfrage beteiligt haben. Die Erhebung läuft weiter. Je mehr Daten zur Verfügung stehen, umso aussagekräftiger wird der Gehalts-Check: www.mut-job.de/gehaltscheck
Quelle: Die beiden Original-Artikel von Corinne Schindlbeck, WEKA Fachmedien GmbH, lesen Sie auf elektroniknet.de:
Gehaltsreport Entwickler und Gehaltsreport Vertriebler